elkeabraham elkeabraham - Aufbruch - 1999  Marmor 35 x 27 cm
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Es folgt einer gewissen Logik, dass Elke Abraham sich der Bildhauerei zugewendet hat; denn dort verbinden sich die beiden Einstellungen über die Arbeitsweise ganz von selbst. Der Wille etwas zu gestalten meint jetzt: Einem Material die ihm angemessene Form geben.   In der Bildhauerei findet ihre künstlerische Arbeit folgerichtig ihren Schwerpunkt und von dort gehen auch Impulse aus zur Malerei, die eine neue Formensprache gewinnt.  Ich möchte die künstlerisch Arbeitsweise von Elke Abraham an zwei Beispielen aus der Skulptur erläutern, die eher untypisch sind, und das Besondere ihres Stils gut zeigen.  Man muß etwas mit dem Material machen, damit es sich in seinen Eigenschaften zeigen kann. Im “Aufbruch” (1999) wird ein Brocken von buntem schwedischen Marmor gebohrt und gespalten. An der Oberfläche sind die Farben durch die Verwitterung nur in blassem Pastell zu sehen. Aber in der gebrochenen Fläche zeigen sie ihre frische Farbigkeit. Die rötlichen, graugrünen und hellen Streifen zeigen die abgelagerten Schichten, zeigen die Naturgeschichte des Steins.  Elke Abraham klappt die gebrochenen Hälften um, so daß sie übereinander liegen. Damit wird die Fläche zwischen den beiden Hälften zur Symmetrieebene, an der sich die beiden Bruchflächen spiegeln. Die Spuren der Bearbeitung (von den Bohrungen abgesehen) sind minimal. Sie beschränken sich auf den Bruch und die Montage der beiden Hälften. Aber durch diese bescheidenen Eingriffe wird eine neue Struktur und eine mehrfache Symmetrie sichtbar.  Die in der Mitte liegende rötliche Partie wird durch die Verdoppelung in ihrer  Wirkung verstärkt und durch die Spiegelung wird auch die Schichtung, gleichsam das Gewachsensein des Steins, hervorgehoben. Auf den horizontalen lagen des Steins stehen dann vertikal die Kanäle der Bohrungen. Dadurch, dass sie eine gewisse Unregelmäßigkeit zeigen, vor allem in der nur angebohrten Zone, wirken sie nicht maschinell erzeugt; auch wenn man sich klar macht, dass hier mit dem Schlagbohrer gearbeitet worden ist, wirken sie nicht mechanisch, sondern erscheinen eher als Spuren einer Bearbeitung von Hand, Spuren einer lebendigen Auseinandersetzung mit dem Material. Die naturgeschichte des Steins erhält eine einfache Verbindung mit der Phase seiner Bearbeitung. Die gewachsenen und die beigebrachten Strukturen stehen in einer reizvollen Symmetrie.  weiter...